Toyota hat sich zurück an die Weltspitze gekämpft und den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren verbucht. Zum Start ins neue Geschäftsjahr fuhr der Rivale von Volkswagen von April bis Juni einen Überschuss von 290,3 Milliarden Yen (rund drei Milliarden Euro) ein, wie das Unternehmen am Freitag in Tokio mitteilte. Vor einem Jahr hatte Toyota wegen der japanischen Erdbeben- und Tsunamikatastrophe gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. Damals war die japanische Autoproduktion zeitweise komplett zum Erliegen gekommen.
Im abgelaufenen Jahresviertel verkaufte Toyota mit 2,27 Millionen Autos nahezu doppelt so viele Fahrzeuge wie vor einem Jahr. In den ersten sechs Monaten 2012 waren die Japaner bei den weltweiten Absatzzahlen wieder an den großen Konkurrenten General Motors (GM) und VW vorbeigezogen. Toyota setzte mit 4,97 Millionen Fahrzeugen 34 Prozent mehr ab als in der ersten Jahreshälfte 2011. Für das Gesamtjahr rechnet Toyota-Chef Akio Toyoda nun mit einem Absatz von 8,8 Millionen Autos, 100.000 mehr als zuvor.
Zum Halbjahr lagt die Opel-Mutter GM mit 4,67 Millionen Autos auf Platz zwei vor dem größten europäischen Autobauer VW mit 4,45 Millionen Autos. Die großen Fahrzeughersteller liefern sich seit geraumer Zeit ein Wettrennen um den prestigeträchtigen Spitzenplatz bei den weltweiten Verkäufen. VW etwa will bis spätestens 2018 die Weltspitze erklimmen und größter Autobauer der Welt werden.
Die Verkaufserfolge trieben den Umsatz der drei Monate bis Ende Juni um 60 Prozent auf 5,5 Billionen Yen nach oben. Beobachter verwiesen zur Erklärung der starken Zahlen allerdings auch auf die Hilfen der japanischen Regierung in der Heimat.
Erfolgsmodelle: Prius und Camry
Der operative Gewinn betrug nach einem Verlust von 108 Milliarden Yen vor einem Jahr diesmal 353 Milliarden Yen. Erfolgreich war der Autobauer vor allem mit seinen Prius-Modellen in Japan und dem neuen Camry in den USA. Dort hatten die Japaner allein im Juli insgesamt rund 26 Prozent mehr Autos verkauft als vor einem Jahr.
Allerdings plagen Toyota schon wieder neue Sorgen: Der von Rückrufaktionen schwer gebeutelte Konzern holt erneut 1,5 Millionen Wagen wegen Problemen an der Hinterachse in die Werkstätten. Allein in Deutschland sind davon rund 70.000 Fahrzeuge betroffen. (dpa)