Das Subventionsgeschäft in der Autobranche bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Wie Berechnungen von AUTOHAUS zeigen, lag der Anteil der Pkw-Neuzulassungen von Händlern und Herstellern am Gesamtmarkt auch 2016 bei rund 30 Prozent. Die Quote von 29,6 Prozent sank im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht (2015: 30,6 Prozent). 992.526 Eigenzulassungen bedeuteten aber den höchsten Wert seit 2010. Im Jahr davor waren es noch etwa 10.000 Fahrzeuge weniger. Damit hat die Branche 2016 nicht von der stabilen Konjunktur und der hohen Konsumneigung profitiert.
Besonders aktiv auf der zweiten Vertriebsschiene war Alfa Romeo. Auf das Konto der Fiat-Tochter und ihrer Händler gingen im vergangenen Jahr knapp die Hälfte der Neuwagen (48,6 Prozent). Nur unwesentlich niedriger war die Eigenzulassungsquote bei Jeep und Honda (je 46,7 Prozent). Über der 40-Prozent-Marke lagen außerdem Opel (44,3 Prozent), Subaru (43,7 Prozent,) und Nissan (42,6 Prozent). Dagegen verweigerten sich BMW, Skoda und Ford weitgehend diesem Marketinginstrument. Bei den Fabrikaten waren fast acht von zehn neuen Haltern echte Käufer.
Eigenzulassungen sind gut für die Statistik, aber schlecht für die Preise. Zwar finden sich unter den Fahrzeugen auch Dienst- und Vorführwagen, bei einem großen Teil handelt es sich jedoch um taktische Neuzulassungen. Dabei werden Neuwagen durch eine vorübergehende Zulassung in junge Gebrauchtfahrzeuge verwandelt, um dann mit Preisabschlägen verkauft werden zu können. Die Branche kann mit diesen Quasi-Neuwagen offizielle Rabatte umgehen.
VW im Rückwärtsgang
Der Blick in die entsprechenden Kanäle zeigt einige Verschiebungen zum Vorjahr: Von den größeren Marken wiesen etwa Renault und Nissan deutlich mehr Händlerzulassungen auf als 2015 (plus 15,6 bzw. 13,5 Prozent). In den Handelsorganisationen von Mercedes-Benz, Ford, Audi und Opel lag der Zuwachs zwischen sieben und acht Prozent. Die VW-Autohäuser schraubten dagegen ihre taktischen Anmeldungen zurück (minus zwei Prozent). Noch deutlicher war das Minus etwa bei Seat und Hyundai. Den prozentual größten Rückgang schafften die BMW-Betriebe, die fast 18 Prozent weniger Neuwagen auf eigene Rechnung anmeldeten.
In der Sparte Fahrzeugbau waren vor allem Nischenanbieter wie Jaguar und Jeep mit hohem Tempo unterwegs. Ihre Eigenzulassungen schossen im Vergleich zu 2015 um 300 bzw. 148 Prozent nach oben. Ein Viertel mehr Einheiten aufs Werk machte Opel, Porsche kam auf ein Plus von rund 20 Prozent. Auch BMW und Audi legten zweistellig zu. Rückläufig war die Entwicklung erneut bei VW (minus 15,5 Prozent) – der Branchenprimus erreichte aber mit 121.795 Fahrzeugen naturgemäß das höchste Volumen. Noch kräftiger steuerten die Importeure Toyota, Skoda, Peugeot und Nissan dagegen. Den Bestwert 2016 schaffte Subaru mit nur einer Herstellerzulassung, im Jahr davor waren es noch 17. (rp)
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- Händler- und Herstellerzulassungen 2016 (189.4 KB, PDF)