Der deutsche Neuwagenmarkt bleibt rückläufig: Im März wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 253.497 Pkw neu zugelassen, 3,9 Prozent weniger als im März 2024. Nach den ebenfalls schwachen Vormonaten fällt die Bilanz für das laufende Jahr damit deutlich negativ aus: 664.571 Neuwagen entsprechen einem Minus von 4,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2024.
Die Rückgänge im März betrafen insbesondere die gewerblichen Kunden (minus sechs Prozent), während sich die Zahl der privaten Anmeldungen auf niedrigem Niveau stabilisierte (plus 0,5 Prozent). Bei den Antriebsarten verzeichneten die Plug-in-Hybride einen Zuwachs von 65,8 Prozent auf 26.553 Einheiten. Die rein batterieelektrisch betriebenen Pkw (BEV) legten um 35,5 Prozent auf 45.521 Fahrzeuge zu. Der gemeinsame Marktanteil von BEV und PHEV stieg damit auf über 27 Prozent.
Stark rückläufig waren Benziner (minus 29,4 Prozent / 70.414 Fahrzeuge) und Diesel (minus 21,7 Prozent / 37.890 Stück). Ihre Anteile lagen bei 27,8 bzw. 14,9 Prozent. Flüssiggasbetriebene Pkw (plus 1,7 Prozent / 1.251 Autos) waren mit einem Anteil von 0,5 Prozent vertreten. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte sank im März um 11,7 Prozent und betrug 109,8 g/km.
ZDK-Vizepräsident Peckruhn: Weiter Anreize schaffen
ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn, Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland, erklärte mit Blick auf die aktuelle Marktentwicklung: "Auf Basis der aktuellen Neubestellungen können wir noch nicht sicher sein, ob sich dieser Trend auch im zweiten Quartal fortsetzt. Denn noch ist der Stau von Neufahrzeugen aus 2024, die von den Herstellern zum Erreichen der verschärften CO2-Flottenwerte erst in diesem Jahr zugelassen werden, nicht ganz abgebaut. Viele Privatkunden warten ab, welche Fördersignale von der sich bildenden Regierungskoalition kommen. Elektromobilität funktioniert nur als Gesamtsystem. Hier muss die Politik ganzheitlich denken und gezielte Anreize setzen."
Experte: Erwartete Preissenkungen wird es wohl nicht geben
"Der Absatz von Elektroautos ist immer noch deutlich niedriger als von der Politik erhofft und von der Industrie benötigt", sagte auch Constantin M. Gall von EY. Ihm zufolge wird es "die erwartete Welle an Preissenkungen gerade in der zweiten Jahreshälfte" wohl nicht geben. Grund dafür ist demnach, dass die EU-Kommission in Aussicht gestellt hat, die bestehenden Klimavorgaben für Autobauer aufzuweichen. Deshalb erwartet Gall weniger hohe Rabatte auf E-Autos.
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Tesla-Auslieferungen fallen weltweit um 13 Prozent
Ein dickes Minus steht erneut bei den neu zugelassenen Tesla-Autos. Im März ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 42,5 Prozent auf 2.229 Autos zurück. Weltweit fielen die Auslieferungen im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 13 Prozent, wie das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk am Mittwoch mitgeteilt hatte (wir berichteten). Ein Faktor dürfte der Umstieg auf eine erneuerte Generation des Bestsellers Model Y sein. Außerdem wurde in den vergangenen Monaten die Kritik an der politischen Rolle und den Ansichten von Musk immer lauter, der im vergangenen Jahr zu einem engen Verbündeten von Donald Trump wurde.
Opel, Porsche und Ford verlieren zweistellig
Unter den deutschen Marken übertrafen VW (plus 5,7 Prozent), Audi (plus 2,4 Prozent) und Mercedes-Benz (plus 1,6 Prozent) ihre Neuzulassungsergebnisse aus dem März des Vorjahres. Die BMW-Zahlen gaben dagegen um 2,4 Prozent nach. Zweistellige Rückgänge mussten Opel (minus 26,1 Prozent), Porsche (minus 20,8 Prozent) und Ford (minus 17,5 Prozent) verkraften.
Importmarken: Seat und Skoda vorneweg
Bei den großen Importeuren zeigten die Schwestermarken Seat (plus 20,7 Prozent) und Skoda (plus 13,6 Prozent) der Konkurrenz die Rücklichter. Ebenfalls starke Wachstumsraten wiesen Renault (plus 45,7 Prozent), Dacia (plus 13,7 Prozent) und Peugeot (plus 12,6 Prozent) auf. Enttäuschend verlief der vergangene Neuzulassungsmonat dagegen für Fiat (minus 21,6 Prozent), Hyundai (minus 15,5 Prozent), Toyota (minus 14,6 Prozent), Volvo (minus 11,4 Prozent) und Mazda (minus 5,5 Prozent).