Peugeot kann auf ein durchaus erfolgreiches Jahr zurückblicken. Rund 1,1 Millionen Modelle der ältesten Automobilmarke der Welt fanden 2024 einen Käufer – und bei den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen verdoppelten sich gleichzeitig die Bestellungen. Alain Favey, seit wenigen Tagen Markenchef, geht also mit Schwung in das neue Jahr. "Wir sind bereit, mit voller Kraft durchzustarten", erklärte Favey bei der dritten Ausgabe des "E-Lion Day". Gleichzeitig kündigte er an, Peugeot zum europäischen Marktführer bei den Elektrofahrzeugen zu machen.
Die Zeichen dafür stehen günstig. Peugeot, so Favey, "hat das umfangreichste Angebot bei den Elektromobilen, und in Europa war die Marke im vergangenen Jahr Marktführer bei den E-Mobilen im B-Segment". Beim 3008 entschieden sich 22 Prozent der Kunden für den Akkuantrieb. Insgesamt erreichte das Modell 122.000 Bestellungen. Aktuell stehen zwölf vollelektrische Modelle im Angebot. Dazu gehören auch drei batterieelektrische leichte Nutzfahrzeuge.
Mehr Power, mehr Platz
Favey kündigte in Paris den weiteren Ausbau der E-Palette an. In den nächsten Wochen bringt Peugeot eine leistungsstärkere Version des E-3008 und die Fünfsitzer-Variante des E-5008 auf den Markt. Beide Modelle kommen als Allradler mit 239 kW / 325 PS. Als Zielgruppe hat das Peugeot-Marketing für den E-5008 Zeitgenossen ausgemacht, die auf die beiden zusätzlichen Sitze verzichten können und stattdessen ein großes Ladevolumen suchen. Das Gepäckabteil bietet ein Fassungsvermögen zwischen 994 und 2.310 Litern.
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Um die Reichweiten beim E-3008 (698 Kilometer) und E-5008 Long Range (664 Kilometer) bei niedrigen Temperaturen zu optimieren, erhalten die beiden Modelle ein Batterievorwärmsystem, das mit der Innenraumheizung verbunden ist. Demnächst ist es dann auch möglich, das Vorheizen des Akkus mit dem Trip-Planer zu koordinieren, so dass die Vorheizung automatisch vor dem Ladestopp aktiviert ist.
Peugeot E-5008 Test (2024)

Allerdings ist sich auch Favey bewusst, dass noch längst nicht alle Interessenten für den Umstieg auf vollelektrische Autos bereit sind. Deshalb nutzt Peugeot die Multi-Energy-Plattform der Konzernmutter Stellantis, um alle Formen der Elektrifizierung vom Mild- bis zum Plug-in-Hybrid anbieten zu können. Außerdem startet in Frankreich ein Tauschprogramm der besonderen Art. "Wir bieten unseren Kunden an, dass sie, wenn sie mit ihrem Elektromobil nicht zufrieden sind, auf ein Hybrid-Fahrzeug umsteigen können", erklärte Favey – ohne über das Kleingedruckte zu informieren. Eine Ausweitung auf andere Märkte sei "zurzeit noch nicht geplant".
Kostenlose Wallbox
Als vertrauensbildende Maßnahme bietet Peugeot für seine Elektromodelle außerdem eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer, wenn das Fahrzeug regelmäßig in einer Peugeot-Werkstatt gewartet wird. Für den Akku gibt es eine Garantie von ebenfalls acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Und als Zugabe spendiert man seinen Kunden eine kostenlose Wallbox für das Laden zu Hause.
Auf die neue Konkurrenz durch den in Frankreich sehr erfolgreichen elektrischen Renault 5 plant Favey keine direkte Antwort. Einen elektrischen 205 wird es also nicht geben. Stattdessen verweist der Manager auf den E-208, der in Frankreich für 99 Euro im Monat geleast werden kann.
Neben der Ausweitung der elektrifizierten Antriebe konzentriert sich Peugeot auch darauf, bei der Produktion nachhaltige Methoden einzusetzen und entsprechende Materialien in den Modellen zu integrieren. Beim E-3008 sind 85 Prozent der Materialien recycelbar. Aktuell nutzen die Stellantis-Standorte 60 Prozent dekarbonisierten Strom, und dieser Anteil soll bis 2030 100 Prozent erreichen.
Peugeot E-408
