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Autobauer alarmiert: "US-Zölle eine massive Belastung"

03.04.2025 15:35 Uhr | Lesezeit: 5 min
Hildegard Müller TV
Die Folgen seien noch schwer einzuschätzen, so VDA-Präsidentin Hildegard Müller: "Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen."
© Foto: picture alliance/dpa | Carsten Koall

Trump macht Ernst. Als Erstes treffen seine neuen Zölle importierte Autos. Die deutschen Hersteller zeigen sich entsetzt. Auch die deutschen Maschinenbauer warnen vor großen wirtschaftlichen Schäden auf beiden Seiten des Atlantiks.

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In den USA sind die von Präsident Trump angekündigten Autozölle in Kraft getreten. Seit Mitternacht gelten 25 Prozent Aufschlag. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet mit großen Belastungen für die Branche und steigenden Preisen, zunächst in den USA. Die Folgen der 25 Prozent-Zölle seien derzeit aber noch schwer einzuschätzen.

"Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Trumps Maßnahmen seien "eine massive Belastung und Herausforderung" für die gesamte Automobilindustrie." 

EU in der Pflicht 

Die EU sei jetzt gefordert, geschlossen und "mit entsprechender Stärke" aufzutreten, müsse aber zugleich weiter Verhandlungsbreitschaft zeigen, forderte Müller weiter. "Die EU muss jetzt Verfechter für den freien und fairen globalen Handel sein. Deutschlands und Europas Wirtschaft benötigt starke Allianzen und belastbare Netzwerke." 

Imelda Labbé, Präsidentin des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), zeigte sich ebenfalls zutiefst besorgt über die Auswirkungen der umfassenden US-Zölle. "Die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle sind Gift nicht nur für die global ausgerichtete Automobilwirtschaft, sondern für den gesamten Welthandel. Die Folgen werden auf allen Märkten spürbar sein", so Labbé. Offener Handel sei die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum. "Zölle und Handelshemmnisse führen zu Verlierern auf beiden Seiten und gehen auf Kosten von Investitionen, Innovationen und Arbeitsplätzen." 

US-Autokäufern droht "Importzuschlag"

Erste Hersteller ziehen bereits Konsequenzen: VW stoppte laut "Wall Street Journal" vorübergehend die Auslieferung von Fahrzeugen aus Mexiko in die USA und hält Importe aus Europa vorerst in den Häfen zurück. Zudem wolle VW auf Fahrzeuge, die unter die neuen Zölle fallen, künftig eine "Importgebühr" ausweisen. Zur Höhe des Aufschlags und ab wann er gelten soll, machte VW noch keine Angaben.

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Als erster Hersteller hat Ferrari in den USA die Preise bereits erhöht – um bis zu zehn Prozent, wie das Unternehmen im Vorfeld angekündigt hatte. Die Opel-Mutter Stellantis, zu der auch Chrysler gehört, unterbricht die Produktion in Kanada: Das Werk in der Provinz Ontario werde ab kommende Woche für 14 Tage stillstehen, berichtet die Gewerkschaft Unifor auf Facebook. Das Gleiche gelte auch für das Werk Toluca in Mexiko, berichten die Fernsehsender ABC und CNBC.

Die Hersteller selbst halten sich mit konkreten Aussagen noch zurück. "Wir bewerten derzeit die Ankündigungen im Detail und bitten um Verständnis, dass wir uns vorerst nicht tiefergehend äußern können", so ein BMW-Sprecher. Zu möglichen Auswirkungen auf Preise, Produktion oder Absatz könne der Konzern derzeit noch nichts sagen, hieß es bei Volkswagen of America. 

Lager vorsorglich aufgefüllt 

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass die Preise in den US-Autohäusern schnell steigen – aber nicht sofort. "Für die nächsten zwei Monate tut sich da gar nichts, denn die Händler haben große Fahrzeugbestände, die teilweise noch aufgefüllt wurden, um für Zölle gerüstet zu sein", sagt er der Deutschen Presse-Agentur. In drei Monaten müsse man dann sehen, was passiert. 

Auch dann rechnet Dudenhöffer aber nicht damit, dass die Preise im gleichen Maß wie die Zölle steigen. Die Hersteller würden das mit Rabatten oder anderen Verkaufsmaßnahmen verhindern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

US-Produktion deckt Verkäufe nur zum Teil ab 

Die USA sind wichtigster Auslandsmarkt für die deutsche Autoindustrie. Laut VDA wurden 2024 fast 450.000 Fahrzeuge aus deutscher Produktion in die USA exportiert. Fast jeder vierte Porsche wurde in den USA verkauft, bei BMW und Mercedes lag der Anteil jeweils bei gut 16 Prozent. Bei Audi waren es zwölf Prozent, bei der Marke VW acht Prozent. 

Zwar produzieren Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz auch in den USA, decken damit aber nur ein Teil der dortigen Verkäufe ab. BMW importiert gut die Hälfte der in den USA verkauften Autos aus dem Ausland, die Marke VW fast zwei Drittel, vor allem aus Mexiko. Porsche und Audi bedienen den US-Markt sogar komplett mit Importwagen.


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