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Bilanz und Ausblick: Autobanken sehen neue Chancen in der Digitalisierung

24.04.2016 11:16 Uhr
Bilanz und Ausblick: Autobanken sehen neue Chancen in der Digitalisierung
Anthony Bandmann, Geschäftsführer der Volkswagen Bank GmbH (l.), und Christian Ruben, Geschäftsführer der Toyota Kreditbank GmbH und Toyota Leasing GmbH, sind die derzeit amtierenden AKA-Sprecher. Sie gaben jetzt in Frankfurt am Main die Kennzahlen zum aktuellen Geschäft der Autobanken bekannt.
© Foto: AKA

Die Banken der Automobilhersteller haben sich 2015 erneut als starker Absatzmotor für die deutsche Automobilwirtschaft erwiesen und konnten im abgelaufenen Jahr erneut Bestmarken erzielen.

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Das Neugeschäft der Herstellerbanken stieg um sechs Prozent auf den Rekordwert von 38,8 Mrd. Euro. Das Gesamtvolumen aller betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge wuchs um fünf Prozent und lag zum Jahresende beim historischen Höchststand von 104,0 Mrd. Euro. Dies gab der Arbeitskreis Autobanken (AKA) kürzlich im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main bekannt.

Gewerbe stark, Privatgeschäft solide
Als ein wesentlicher Wachstumstreiber erwies sich für die Autobanken im vergangenen Jahr das Geschäft mit Unternehmen und gewerblichen Kunden. Insgesamt schlossen die herstellerverbundenen Finanzdienstleister gewerbliche Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von 21,8 Mrd. Euro ab, dies entspricht einem Wertzuwachs von sieben Prozent.

"Mit ihrer guten Angebotspolitik konnten die Herstellerbanken die anziehende Nachfrage im gewerblichen Segment maßgeblich fördern und den Markt weiter dynamisieren", erläuterte Christian Ruben, Sprecher des Arbeitskreises Autobanken (AKA). Weiter sagte er: "Die enge Zusammenarbeit zwischen Bank und Hersteller erweist sich hier einmal mehr als klarer Wettbewerbsvorteil und ermöglicht flexible und maßgeschneiderte Lösungen für Flottenkunden und kleine Betriebe gleichermaßen."

Auch im Privatkundengeschäft erzielten die Banken der Automobilhersteller 2015 ein solides Wachstum: Mit privaten Finanzierungs- und Leasingverträgen im Wert von 15,5 Mrd. Euro verzeichneten die AKA-Mitglieder ein zufriedenstellendes Plus von vier Prozent. "Der insgesamt leicht schwächeren Privatkundennachfrage auf dem Gesamtmarkt konnten die Herstellerbanken bestens begegnen", schilderte Ruben. "Insbesondere im Bereich Privatleasing haben wir im vergangenen Jahr bei den Verbrauchern gepunktet."

GW-Handel legt fast zweistellig zu
Ihre starke Marktposition in ihrem Kerngeschäft haben die Banken der Hersteller im vergangenen Jahr erneut genutzt, um weiter in strategischen Geschäftsfeldern zu wachsen. Hierzu gehört u.a. das Geschäft mit jungen und hochwertigen Gebrauchtfahrzeugen. In diesem Bereich konnten die Autobanken zuletzt Zuwächse im Wert von rund 9,4 Mrd. Euro realisieren und damit sieben Prozent zulegen. "Junge Gebrauchte, auch jenseits der klassischen Leasingrückläufer, Jahreswagen oder Tageszulassungen, sind bei den Kunden sehr gefragt und eine große Stärke des Markenhandels", erläuterte in diesem Zusammenhang Anthony Bandmann, ebenfalls Sprecher des AKA. "Hier sehen wir auch in Zukunft großes Wachstumspotenzial."

Versicherungen und Mobilitätspakete auf Erfolgskurs
Ein weiteres starkes Wachstumssegment der Autobanken sind ihre Mobilitätsdienstleistungen, also autonahe Dienstleistungen über Finanzierung und Leasing hinaus, wie Kfz-Versicherungen, Garantie- und Reparaturversicherungen, Wartungsservices u.v.m. Mit insgesamt 2,58 Millionen zusätzlichen Dienstleistungsverträgen legten die Herstellerbanken in diesem zukunftsträchtigen Segment erneut um drei Prozent zu und setzten mehr Dienstleistungen ab als je zuvor. "Seit Einführung der ersten Mobilitäts- bzw. Dienstleistungspakete vor rund zehn Jahren schreiben die Herstellerbanken in diesem Bereich eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte", so Bandmann. Bereits mehr als jeder zweite Kunde der Herstellerbanken entscheide sich heute für derartige Paketlösungen, führte er weiter aus. Die Tendenz dabei sei klar steigend.

Bandmann: Neue Kunden und Produkte dank Digitalisierung
Um vorhandene Wachstumspotenziale zu nutzen, kommt aus Sicht des AKA dem Thema Digitalisierung zentrale Bedeutung für alle Marktteilnehmer zu. Bandmann hierzu: "Durch die weitere Digitalisierung der Prozesse sowie eine enge Verknüpfung von Online- und Offline-Welt können die Herstellerbanken den veränderten Kundenbedürfnissen noch besser gerecht werden und außerdem völlig neue Kunden- und Produktgruppen erschließen – im engen Schulterschluss mit ihren Partnern im Markenhandel. Aktuelle Projekte der AKA-Institute reichen von der Einführung neuer Chat-Funktionen bei der Angebotskalkulation über den Online-Vertragsabschluss für Leasing und Finanzierung bis hin zum Angebot aller wesentlichen Finanzdienstleistungsprodukte über den ergänzenden Online-Kanal."

Voraussetzung für derartige Online-Vertragsabschlüsse ohne Medienbruch sind aus Sicht des AKA selbstverständlich die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen, wie sie u.a. durch die Änderung des Signaturgesetzes zum 1. Juli 2016 angestrebt werden.

Neuerliche Zuwächse für 2016 erwartet
Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich der Arbeitskreis Autobanken insgesamt optimistisch. "Konsumwachstum, Beschäftigungsaufbau und steigende Löhne sind auch für die Automobilwirtschaft gute Signale", so Christian Ruben. "Für den deutschen Pkw-Markt gehen wir daher von einem Ergebnis ungefähr auf dem Vorjahresniveau aus."
Anthony Bandmann ergänzte: "Mit Blick auf die automobile Finanzdienstleistung rechnen wir nach einem guten Jahresstart damit, dass die Autobanken 2016 noch einmal gegenüber dem Vorjahr zulegen werden. Um unsere Ziele zu erreichen, gilt es die vorhandenen Wachstumspotenziale offline und online konsequent zu nutzen – gemeinsam mit unseren Herstellern und insbesondere den Handelspartnern."

Zahlen und Fakten zum AKA
Der "Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft", wie der AKA vollständig ausgeschrieben heißt, ist die Dachorganisation der herstellerverbundenen Banken und Leasinggesellschaften in Deutschland. Der AKA fungiert als gemeinsame Plattform für die Banken der Automobilwirtschaft und trägt zur Positionierung automobiler Finanzdienstleistung in der Öffentlichkeit bei. Die Arbeitskreis-Mitglieder sehen sich selbstbewußt als "Marktführer für automobile Finanzdienstleistungen in Deutschland und Schwungrad für das volkswirtschaftliche Schlüsselsegment Mobilität". Als integraler Bestandteil der Automobilwirtschaft ermöglichen sie privaten und gewerblichen Kunden die Finanzierung von derer automobiler Mobilität und stellen die Versorgung des Autohandels mit Finanzdienstleistungen sicher. Die im AKA organisierten Institute repräsentieren 31 Automobilmarken und beschäftigen bundesweit insgesamt rund 10.000 Mitarbeiter.   (wkp)

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