Kurz nach der jährlichen BGA-Tagung mit den führenden Vertretern der deutschen Versicherungswirtschaft (wir berichteten) wurde Audatex AUTOonline auch für seine beiden anderen Kernkundengruppen, Reparaturbetriebe und Kfz-Sachverständige, aktiv:
Unter dem Motto „Seite an Seite Qualität schaffen“ luden die Daten- und Softwareexperten ihre Anwender an sechs Standorten deutschlandweit zu einer Informationsveranstaltung ein: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Nürnberg und Stuttgart hießen Ende Mai bis Anfang Juni die Stationen der diesjährigen Roadshow. Rund 230 interessierte Kunden folgten der Einladung, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und in den offenen Dialog mit Kollegen, Partnern und dem Audatex AUTOonline Team einzusteigen. Unsere Redaktion begleitete den Termin in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt, der im Herzen der Altstadt in der traditionsreichen Uerige-Brauerei stattfand.
Dreieck im Schadenprozess
Die Notwendigkeit des Schulterschlusses zwischen allen Beteiligten der Schadenbranche wurde in Düsseldort gleich zu Beginn explizit betont: „Die enge Zusammenarbeit zwischen Sachverständigenwesen, Werkstätten und der Versicherungswirtschaft ist die Grundlage für eine schnelle, fachgerechte Reparatur und Schadenregulierung im Sinne des Autofahrers. Unsere Aufgabe ist es, allen am Prozess Beteiligten einen optimalen Service zu liefern und Sie alle mit innovativen Produkten zu unterstützen, damit Sie sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren können“ gab Andreas Bleschkowski, Leiter Vertrieb Sachverständige, den Tenor der Veranstaltung vor. Gemeinsam mit seinem Pendant auf Werkstattseite, Klaus Gutland, unterstrich er die Bedeutung von Audatex AUTOonline für den Gesamtmarkt auch im 51. Jahr der Unternehmensgeschichte: „95 Prozent aller Versicherungen arbeiten mit unseren Programmen oder Daten, 85 Prozent der Werkstätten und Kfz-Sachverständigen nutzen Software oder Services – von der Fahrzeugidentifikation über die Schadenerfassung, Kalkulation bis zur Restwertermittlung.“ Voraussetzung für ein weiterhin erfolgreiches, gemeinsames Geschäft sei der vertrauensvolle Dialog mit den Kunden, den man in Zukunft noch intensiver pflegen wolle, betonte Gutland.
Produktentwicklung 4.0
Nach diesen einleitenden Worten zur strategischen Ausrichtung von Audatex AUTOonline stand die aktuelle und kommende Produktpolitik im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die sich wandelnde Schadenwelt habe auch Auswirkungen auf die Entwicklungsprozesse im eigenen Haus gehabt, so Bleschkowski: „Früher wurden Kundenanforderungen gesammelt, Lastenhefte geschrieben und danach ein oder zwei Jahre im stillen Kämmerlein programmiert. Würden wir dies heute versuchen, wären die Produkte bei Markteinführung schon komplett überholt.“ „Moderne Projektkonzepte definieren Teilschritte, testen die Akzeptanz in der Branche und passen sich den Gegebenheiten und Kundenwünschen flexibel an. So bleiben wir gemeinsam mit Ihnen up to date“, ergänzte Klaus Gutland. Mittels Hybridprodukten, die eine Offline-Schadenerfassung mit einer Online-Kalkulation verbinden, werde zum Beispiel das langfristige Ziel „Always online“ weiter verfolgt, ohne die aktuellen infrastrukturellen Voraussetzungen außer Acht zu lassen. Die ersten Ergebnisse dieser neuen Entwicklungsarbeit präsentierte das Unternehmen den Anwesenden direkt im Anschluss in einer Mischung aus Livedemos und Einblicken in laufende oder kurz bevorstehende Pilotphasen.
Reparaturbetriebe: Schritt in Richtung Kfz-Service
Der Focus im Werkstattsektor lag dabei klar auf dem Kernprodukt C@risma, seiner sinnvollen Erweiterung und der Anbindung an die entscheidenden Player im Markt: „Wir müssen Sie in die Lage versetzen, digital Aufträge zu empfangen, bearbeiten und die entsprechenden Ergebnisse zu versenden. Dies tun wir durch zusätzliche Schnittstellen etwa zu SOOM von der Innovation Group, PPG oder der Wissensdatenbank repair-pedia. Wenn einige unserer Kunden gemeinsam mit der HUK-Coburg einen Schritt in Richtung KFZ-Service unternehmen, bilden wir dies, obwohl wir Schadenexperten sind, ebenfalls ab - mit einem neuen, klar getrennten Modul in C@risma“, stellte Klaus Gutland aktuelle Lösungen vor. Ein Ressourcen-Monitor zur optimierten Planung der Werkstattauslastung sowie die Möglichkeit, Kunden-Unterschriften digital zu erfassen wurden ebenfalls live präsentiert. Der verantwortliche Produktentwickler Frank Endres stand nicht nur Rede und Antwort, sondern nahm auch Wünsche und Anregungen der anwesenden Betriebsinhaber auf und gab einen Ausblick auf kommende Produkte: „Aufbauend auf dem Ressourcenmonitor arbeiten wir an einem Terminplaner, zudem kommt eine komplett neue Schadenkalkulation mit intuitiver, schneller Benutzeroberfläche. Wir werden zudem die Prozesse gezielt ausbauen und die Performance der APWS-Plattform, zum Beispiel in Sachen Bilderverwaltung, weiter verbessern. Ziel ist es, 2.000 Werkstätten bis Mitte 2018 auf die Online-Version umzustellen.“ in Sachen Schnittstellen liefen im Moment Gespräche unter anderem mit dem BVDP, Eurogarant und der Innovation Group, erklärte Klaus Gutland.
Kfz-Sachverständige: Qualität und Performance
Auch bei den Sachverständigen stand die Bereitstellung funktionierender Kommunikationswege, um die Player der Schadenbranche möglichst nahtlos miteinander zu verbinden, im Mittelpunkt der Veranstaltung. „Schnittstellen sind das A und O für schnelle und reibungslose Abläufe. Unser Ziel ist es, über die Plattform AudaNet den Austausch strukturierter Daten zwischen Werkstätten, Sachverständigen und Versicherungswirtschaft sicherzustellen – unabhängig von Betriebssystemen und Endgeräten“, betonte Bleschkowski die Vorteile browsergestützter Lösungen. 2018 wird im Zeichen der neuen Schadenerfassung stehen, die OnePad ablöst und schon live vorgeführt wurde: „Das in anderen Märkten bereits im Einsatz befindliche Produkt Qapter wird ab kommendem Jahr auch in Deutschland neue Maßstäbe in Sachen Graphik, Performance und Benutzerfreundlichkeit setzen. Erste Pilotkunden arbeiten bereits damit, um Ihre Anregungen und Wünsche bis zur Markteinführung noch umsetzen zu können – das Feedback ist dabei durch die Bank äußerst positiv“, stellte Bleschkowski in Aussicht.
Gelebter Austausch
Wie die Umsetzung von Kundenwünschen in der Praxis funktionieren kann, machte der Leiter Vertrieb SV an einem Beispiel deutlich: „Das neue Modul Qualitätssicherung für AudaFusion ist auf Basis der regelmäßigen Treffen mit Ihnen, den Kfz-Sachverständigen, entstanden. Auf Anregung eines Kollegen, der bestimmte formale Fehler bei der Gutachtenerstellung automatisch ausschließen lassen wollte, haben wir Regeln definiert und stellen das Ergebnis nun allen Kunden zur Verfügung.“ Angesichts moderner Fahrzeugtechnik ebenfalls unverzichtbar ist die Analyse verborgener Schäden, die auch vom Markt gefordert wurde: Eine Kooperation mit Bosch im Bereich der Diagnose von Steuergeräten ermöglicht es Sachverständigen künftig, Informationen aus Fehlerspeichern auszulesen und in ihre Gutachten einfließen zu lassen. Eine Brauereiführung sowie ein gemeinsames Abendessen gaben den anwesenden Werkstattinhabern und Kfz-Sachverständigen die Möglichkeit, den Austausch mit ihren Ansprechpartnern von Audatex AUTOonline in geselliger Runde fortzuführen. (kt)