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Prüfdienste: ZDK soll Werkstatt-HU beerdigen

24.04.2013 12:01 Uhr
Die Prüforganisationen fordern ZDK-Präsident Rademacher zu konstruktiver Zusammenarbeit auf.
© Foto: Imago/Hoffmann

In einem offenen Brief an Verbandschef Rademacher fordern die Prüfdienste ein Ende der Pläne. Die Debatte der vergangenen zwölf Monate habe viel Zeit und Energie gekostet.

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In einem offenen Brief an den Präsidenten des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Robert Rademacher, fordert der Verband der TÜV (VdTÜV), Dekra, GTÜ und KÜS eine endgültige Abkehr von der so genannten "Meister-HU". Ein weiteres Festhalten an dem Projekt trotz der deutlichen Ablehung durch den Bund-Länder-Ausschuss sei "rückwärtsgewandt und schadet den Interessen beider Seiten", heißt es in dem Schreiben.

Vor dem Hintergrund eines sich international verändernden Umfeldes sei vielmehr eine konstruktive Zusammenarbeit wichtig. "Gerade europäische Bestrebungen zur Abschaffung der Abgasuntersuchung bzw. fehlende Grundlagen für eine Sicherheitsprüfung sollten uns die gemeinsamen Interessen im Sinne einer stetigen Verbesserung der Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit bewusst werden lassen."

Rund ein Jahr lang sei bei der Debatte um die Meister-HU viel Zeit und Energie aufgewendet worden, "die anderweitig sinnvoller hätte eingesetzt werden können". ZDK und Überwachungsorganisationen müssten sich nun wieder gemeinsam den Herausforderungen stellen, fordern die Unterzeichner. "Wir würden es sehr begrüßen, wenn alle Beteiligten unter diesen Voraussetzungen wieder zu einer dem gesellschaftlichen Konsens entsprechenden Position zurückfänden, und freuen uns auf Ihre Antwort", schließt das Schreiben.

ZDK verweist Thema in die Gremien

"Das Kfz-Gewerbe ignoriert die Ablehnung durch die Ländervertreter und die hierfür ausschlaggebenden Gründe keineswegs, die vorgebrachten Argumente haben aber weiterhin Bestand", teilte der ZDK am Mittwoch als Reaktion auf den offenen Brief mit. Deshalb sollen die zuständigen Verbandsgremien zunächst alle maßgeblichen Aspekte des Themas analysieren. Das weitere Vorgehen werde in der noch bevorstehenden Vorstandssitzung und in der Mitgliederversammlung im Juni erörtert. "Möglichst bald danach" werde der ZDK mit Vertretern der Überwachungsinstitutionen zusammenzukommen, um die weitere Zusammenarbeit zu erörtern, hieß es. (ng/se)

Den genauen Wortlaut des Schreibens können Sie unten in der Infobox unter "Dateidownload" abrufen.

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KOMMENTARE


Michael Kühn

24.04.2013 - 14:39 Uhr

Für beide Seiten mag es durchaus positive Argumente geben. Jedoch muß man ganz klar anerkennen, dass eine unabhängige Bewertung/Kontrolle durch den TÜV die "Möglichkeit für evtl. direkten Werkstattmehrumsatz" eines (durchführenden) Autohauses" klar einschränkt wird und dadurch dem Verbraucher eine relativ objektive Aussage verschafft. - Solange, wie es Serviceberater/Kfz.-Meister mit Umsatzdruck (egal ob freie Werkstatt oder Vertragswerkstatt) gibt, würde ich mich als Halter eines betagten Gebrauchtwagens eher dem TÜV anvertrauen + dann die Mängelliste gezielt in Auftrag geben. Wobei ich doch schon heute oft die Möglichkeit habe, mein Auto im Autohaus abzugeben, um dort von einem unabhängigen TÜV-Prüfer die erfoderliche Kontrolle durchführen zu lassen. Des Weiteren denke ich, (aus eigener Erfahrung bei meinem 86-er E30), dass leider zu viele Werkstätten zu oft Teile ersetzen möchten, welche nicht zwingend notwendig sind. - Beispiel: meinen 325 e habe ich 2003 geerbt (ca. 86000 Km) und ich liebe dieses Auto. Bei einer großen Inspektion sagte man mir eines Tages, dass ich mit diesen Bremsbelägen noch max. 5000-8000 Km fahren könne. Und heute, 6 Jahre später (103.000 Km) erhielt ich mit denselben Bremsbelägen doch tatsächlich die Plakette ohne Einschränkungen. (Ohne "Obulus" für die Kaffeekasse...!) Mein "Schönwetterauto" wird zugegebenermaßen wenig gefahren, und die "verhärteten" Bremsklötze haben einen größeren Bremsscheibenabrieb. Nun, ich bremse halt nur in Notfällen oder wenn ich parken will... - Ergo, würde ich zuerst den wirtschaftlichen Druck auf die Werkstätten reduzieren, damit überhaupt eine unabhängige Beurteilung gewährleistet werden kann. - ...Ist das überhaupt möglich ??? (Ich habe da meine Zweifel)


Guido Wilke

24.04.2013 - 17:43 Uhr

Als Inhaber eines Autohauses bin ich kein Verfechter der Meister-HU. Meiner Meinung kann die Werkstatt vom Kunden unter Druck gesetzt werden die Plakette zu gewähren, sonst würde der Kunde eine andere Werkstatt aufsuchen wo er garantiert eine HU erhält. In Zeiten wo die GTÜ und andere Prüforganisationen feststellen das die Fahrzeuge immer schlechter gewartet werden weil das Geld einfach nicht vorhanden ist kann dieser Gedanke nicht weit entfernt sein.Vielmehr sollten die Überprüfungen der Prüfer auf ein normales Maß zurückgefahren werden, ich bezeichne es nicht als produktiv wennn mit aller Macht nach kleinsten Mängeln gesucht wird um dem Prüfer vor Ort "einen reinzudrücken".Ich bin der Meinung die Prüforganisationen sollten weiterhin in vernünftigem Maß eine unabhängige Hauptuntersuchung durchführen können ohne Angst zu haben von einem "Prüfer der Prüfer" auseinandergenommen zu werden.


Karl Ludwig Behr

24.04.2013 - 22:37 Uhr

Nachdem ich das Thema Meister-HU stetig verfolgt habe, bin ich nach wie vor der Meinung, dass sich die Meister-HU unter der Prämisse einer guten Qualitätssicherung durch die Innungen, qualitativ im Wettbewerb durch-setzen kann bzw. wird. Der Weg sollte jedem Meister aus der Kfz- und Zweiradtechnik offen stehen, wenn er alle festgelegten Voraussetzungen dazu erfüllt. Die Meister, welche die fachliche und persönliche Eignung haben, alle Kriterien für die Ausübung der Meister-HU erfüllen, sollten auf jeden Fall die Möglichkeit bekomme die HU durchführen zu dürfen. Denn es sind mit Sicherheit nicht nur die materiellen Interessen von Bedeutung, sondern darüber hinaus auch die Bereitschaft in eine ständigen Fort-und Weiterbildung zu investieren und über die Kunden-beziehung hinaus das Kriterium Sicherheit nicht zu vergessen. Wenn ein Meister bereit ist zu investieren und Verantwortung zu tragen, wird er weniger dazu neigen durch Oberflächlichkeiten seinen Ruf und sein Ansehen zu riskieren. Wenn man so die Kommentare ließt, kann mann zu dem Ergebnis kommen, dass relativ wenig Vertrauen in unsere Werkstätten gesetzt wird und die Machenschaften teils als nicht seriös bezeichnet werden. Dem kann ich aus der Erfahrung heraus widersprechen, denn schwarze Schafe gibt es überall.Ich glaube eher, dass hier die Interessen der Organisationen gewahrt bleiben sollen.Wie man sieht sind sich hier alle Org. auf einmal einig, dass das duael System bei gleichen Interessen das Bessere ist und vor allen Dingen immer mehr in den Vordergrund geschoben wird.Wer seinen TÜV-Dekra-GTÜ-KÜS-Prüfer haben will, der kann ja auch mit der Meister-HU dorthin zur Prüfung fahren.


Hans

25.04.2013 - 18:35 Uhr

Man sieht an dieser Thematik wieder schön die Klüngelei zwischen Politik und Industrie. Da wird sich gegenseitig geschützt und wichtig genommen.Die ganzen Ängste über die Qualität treffen genauso auf die Organisationen selbst zu, wie die letzten Meldungen über Bestechlichkeit gezeigt haben.Also Meister HU, die Werkstatt muss dann natürlich auch dafür haften!


Eberhard Diekmann

26.04.2013 - 00:23 Uhr

Mein Vorredner Herr Behr meint, man könne auch mit der Meister-HU zu einem unabhängigen Prüfer fahren. Hier irrt er gewaltig, da es diesen dann schon bald nicht mehr gibt, denn falls das duale System stirbt, würden die heutigen Prüforganisationen ebenfalls Inspektionen und Reparaturen anbieten, was ihnen heute per Gesetz untersagt ist. Die Organisation wären zu diesem Schritt sogar gezwungen, da ihnen ein Großteil ihres Geschäftsmodells wegfiele und so Kompensation erreicht werden könnte. Daher gäbe es dann noch mehr Konkurrenzkampf zwischen den Werkstätten. Wer hier eine Meister-HU befürwortet hat leider nicht zu Ende gedacht. Es gibt nämlich am Ende nur Verlierer,einige Tausend Arbeitslose Ingenieure und Werkstätten die sich für jede Glühbirne rechtfertigen müssen, weil der Kunde hinter jedem Mangel den der Meister bei einer Werkstatt-HU feststellen würde einen Betrug wittert.


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