Die Corona-Pandemie hat die Messelandschaft schwer gebeutelt: Ein prominentes Beispiel ist die Reifenmesse The Tire Cologne, die 2018 zum ersten Mal stattfand und alle zwei Jahre der Treffpunkt für die Reifenindustrie und den Handel werden sollte. 2020 machte Corona der Messe zum ersten Mal einen Strich durch die Rechnung, 2021 wurde sie erneut abgesagt. Ganze vier Jahre später soll nun alles besser werden, wie die Koelnmesse als Veranstalter der The Tire Cologne und der BRV, Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V., als ideeller Träger im Rahmen eines digitalen Presse Talks am Mittwoch bekräftigt haben. "Messen haben gerade jetzt enorme Bedeutung für den Re-Start der jeweiligen Branchen – als Impulsgeber und Katalysator", so Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse. Auch für Stephan Helm, Vorsitzender des BRV, spielt die The Tire Cologne mit ihrer Leitfunktion eine entscheidende Rolle: "Wir setzen darauf, dass die Messe die Branche aus der 'digitalen Ermüdung' aufrütteln kann und dass der wiederbelebte persönliche Austausch der Messeteilnehmer auf der Branchenplattform TTC der Branche in einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld neue, positive Impulse gibt."
Wichtige Player fehlen
Vom 24. bis 26. Mai 2022 sollen in der Domstadt wieder zahlreiche Aussteller der Branche vor Ort sein. Unter den prominenten Namen sind die Reifenhersteller Continental, Michelin, Pirelli, Hankook und Falken. Es gibt aber auch Größen, die der Messe fernbleiben, wie etwa Bridgestone. Im Handelsbereich konnten Marken wie Interpneu, GD Handelssysteme, die Bohnenkamp AG sowie auch internationale Namen wie der belgische Reifengroßhändler Deldo oder der niederländische Händler Inter-Sprint gewonnen werden. Im Felgenbereich ist die Superior Industries Leichtmetallräder Deutschland GmbH das erste Mal an Bord, auch besser bekannt durch die Marken Alutec, ATS oder Rial.
Auch in den Themenbereichen Service und Werkstatt sowie Runderneuerung sei man repräsentativ und gut aufgestellt. Nach Angaben von Ingo Riedeberger, Director der The Tire Cologne, werden rund 300 Unternehmen und Marken aus über 30 Ländern in Köln erwartet, die ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Zum Vergleich: Auf der ersten The Tire Cologne 2018 stellten 533 Unternehmen aus 40 Ländern aus, darunter alleine 169 Aussteller aus Deutschland. Durch die Pandemie zögerten aber noch viele Aussteller und es wird erwartet, dass die Nachfrage steigt.
Videos on Demand
Um auch den Besuchern etwas zu bieten, die nicht nach Köln reisen können, soll es neben der Vor-Ort-Messe auch eine digitale Plattform namens TTC@home geben. Aussteller können dort Informationen zu Produkten und Unternehmen oder ganz gezielt in digitalen Panels oder Konferenzen präsentieren. Ergänzt wird das Angebot durch Networking-Funktionen mit Chats und digitalen Meetings über die TTC-App. Mit der "Tire Stage" werden zudem aktuelle Themen der Branche für Handel und Industrie, aber auch Flottenmanagement adressiert. Die Inhalte der Tire Stage werden live gestreamt und die Beiträge als Video On Demand über den Messezeitraum hinaus zur Verfügung gestellt.
Neben dem Digitalangebot wird die The Tire Cologne auch durch ein begleitendes Rahmenprogramm ergänzt, unter anderem durch die Global Retreading Conference in Zusammenarbeit mit dem europäischen Runderneuerungsverband Bipaver. Neu im Eventprogramm ist auch der "Boulevard of Sustainability". Zentral im Messeboulevard platziert, wird hier der nachhaltige Lebenszyklus des Reifens ins Rampenlicht gestellt. Themenflächen und Sonderschauen sorgen zusätzlich für Informationen, beispielsweise wird auf einer Montagefläche das Aufziehen von Runflat- oder High-Performance-Reifen zusammen mit dem BRV gezeigt.
Kollision mit der Autopromotec
Einen Wermutstropfen für Messebesucher gibt es jedoch: Aufgrund der mehrmaligen Verschiebung der The Tire Cologne kollidiert sie mit der italienischen Werkstattausrüstungs-Messe Autopromotec in Bologna, die fast zeitgleich vom 25. bis 28. Mai 2022 stattfindet. Laut Ingo Riedeberger ist diese Kollision ärgerlich für Aussteller, die das jedoch unterschiedlich bewerten. Einige hätten unterschiedliche Teams für beide Messen, manche Unternehmen müssten sich jedoch zwischen der The Tire Cologne oder der Autopromotec entscheiden - insbesondere italienische Aussteller seien hiervon betroffen. Koelnmesse-Chef Oliver Friese betont jedoch, dass es sich hierbei um eine einmalige Sache handelt und Terminkollisionen in Zukunft vermieden werden sollten.