VW will ein legendäres Automodell wieder neu auflegen. Vor über 1.300 Gästen stellte VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard am Donnerstagabend in einem Hangar des Flughafens Tempelhof in Berlin die Designstudie "Iroc" für den Nachfolger des in den 70ern beliebten Scirocco vor. Bernhard sprach von einem "Kult-Auto" und "Juwel" unter den VW-Modellen. "Dieser Name musste einfach wiederkommen", sagte er. Das Coupé soll ab 2008 in Portugal gebaut werden. Mit der Neuauflage, die auch wieder Scirocco heißen soll, will VW seine Modellpalette weiter auffächern. Die Konzeptstudie zeige, wie ein erschwinglicher Sportwagen aussehen könnte, sagte Bernhard. Zum künftigen Preis des Autos, das auf der Golf-Basis basiert, machte er keine Angaben. Bernhard bekräftigte, VW werde in den kommenden fünf Jahren 20 neue Modelle herausbringen. Davon sollen zehn komplett neue Autos sein, hatte er früher schon angekündigt. Die Iroc-Studie ist das zweite Modell dieser Produktoffensive, die auch dazu beitragen soll, dass VW seine Ertragsprobleme in den Griff bekommt. Bereits im Februar 2006 war die Studie für den kompakten Geländewagen Tiguan vorgestellt worden. Die Traditionsmarke wird vergleichsweise teuer produziert und hat Überkapazitäten. Neue attraktive Modelle sollen deshalb die Nachfrage bei Europas größtem Autobauer ankurbeln und für bessere Auslastung der Werke sorgen. Kritiker hatten VW in der Vergangenheit vorgeworfen, wichtige Segmente und vor allem seine traditionellen Käufer vernachlässigt zu haben. Das will Bernhard mit bezahlbaren Autos, echten Volkswagen für breite Schichten, wieder ändern. "Das Produkt ist das wichtigste", sagt er. Mit dem neuen Modell will VW an die Erfolgsgeschichte des Bestsellers von damals anknüpfen. Von 1974 an war das zweisitzige Sportcoupé mit dem Namen eines Saharasturms bei Karmann in Osnabrück gebaut worden. Bis 1992 wurden 800.000 Exemplare verkauft. Dann folgte als sein Nachfolger der Corrado, der aber ein Flop wurde. (dpa)