Der französische Autobauer Renault hat im dritten Quartal wieder etwas Halt gewonnen. Der Umsatz lag mit 10,4 Milliarden Euro 8,2 Prozent unter dem Vorjahresquartal, wie das Unternehmen am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Für den größten Teil des Rückgangs waren allerdings der stärkere Euro sowie Veränderungen durch Zu- und Verkäufe verantwortlich. Diese Effekte herausgerechnet betrug das Minus noch 3,2 Prozent. Im ersten Halbjahr hatte Renault infolge des wochenlangen Shutdowns der Autoindustrie einen Umsatzeinbruch in Höhe von einem Drittel verzeichnet.
Die Renault-Aktie lag am Mittag in Paris mit der freundlicheren europäischen Branchenstimmung zwei Prozent im Plus. Die Umsatzerwartungen von Analysten hatten die Franzosen klar übertroffen. Zudem sorgten optimistischere Aussichten des deutschen Autobauers Daimler bei Anlegern für eine bessere Stimmung. Zu Gewinnkennzahlen machte Renault keine Angaben, das ist in Frankreich nach neun Monaten so üblich.
Renault-Chef Luca de Meo wertete das Quartal dennoch bereits als Zeichen seiner Strategie, künftig weniger auf Volumen zu setzen, sondern den Autobauer vor allem auf Rendite zu trimmen. "Unsere gute Performance im Bereich Elektrofahrzeuge, die gute Resonanz auf unsere neuen E-Tech-Hybridmodelle, unsere Liquiditätsreserven und der gute Spirit im Unternehmen geben uns Vertrauen in die Fähigkeit des Unternehmens, den Turnaround zu starten", erklärte der Topmanager.
Zwischen Juli und Ende September hatte Renault mit 806.320 Autos weltweit rund 6,1 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor. Im September habe der Markt wieder an Schwung gewonnen, vor allem in Europa, hieß es vom Konzern. Kräftig zulegen konnte im dritten Quartal der elektrische Zoe. Für den kleinen Stromer meldete Renault einen Zuwachs von 150 Prozent. (dpa/rp)
LB