Europas Automarkt wächst weiterhin kräftig: Mit gut 1,3 Millionen Fahrzeugen seien in der Europäischen Union und EFTA im Mai 15,5 Prozent mehr zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte der Branchenverband Acea am Donnerstag mit. Damit stieg der Absatz den 33. Monat in Folge. Das Verkaufsvolumen sei fast genauso hoch gewesen wie zuletzt im Mai 2008, unmittelbar bevor die Finanzkrise die Automobilindustrie schwer getroffen hatte. In den ersten fünf Monaten kamen insgesamt 6,6 Millionen Autos neu auf die Straße, 9,7 Prozent mehgr als 2015.
In Italien (plus 27,3 Prozent), Frankreich (plus 22,3 Prozent) und Spanien (plus 20,9 Prozent) legten die Neuzulassungen im Monat Mai überdurchschnittlich zu. In Deutschland lag das Verkaufsplus bei 11,9 Prozent. Im kurz vor der Abstimmung über ein Ausscheiden aus der Europäischen Union (Brexit) stehenden Großbritannien stiegen die Neuzulassungen um vergleichsweise bescheidene 2,5 Prozent.
Unter den deutschen Herstellern büßte Volkswagen im Sog der Abgasaffäre auch im Mai Marktanteile ein, obwohl alle Marken zulegten. Insgesamt kamen die Wolfsburger auf ein Absatzplus von 8,8 Prozent. Die deutschen Konkurrenten Daimler und BMW glänzen hingegen mit zweistelligen Zuwächsen. Bei den Münchnern lag das Plus bei 20,4 Prozent, die Stuttgarter schlugen immerhin noch 14,1 Prozent mehr Fahrzeuge los. Deutlich verbessern konnten sich auch die VW-Wettbewerber Opel Group (plus 11,7 Prozent), Ford (plus 7,8 Prozent), PSA (plus 17,6 Prozent), Renault Group (plus 27,9 Prozent) und FCA (plus 25,3 Prozent).
Weltweiter Pkw-Markt auf Kurs
Die positiven Zahlen in Europa zeigen laut VDA-Präsident Matthias Wissmann, dass die Menschen den Wunsch nach einem Neuwagen in den Krisenjahren lange zurückstellen mussten. "Jetzt ist die wirtschaftliche Erholung des Kontinents für alle erkennbar – und der Autokauf steht wieder an vorderster Stelle", so Wissmann. Insbesondere in Italien und Spanien erweiterten die Vermieter zu Beginn der Urlaubssaison nach Angaben des Verbands ihre Fahrzeugflotten massiv: Die Neuzulassungen in diesem Segment stiegen um jeweils rund 40 Prozent.
Auch in China sind mit 1,7 Millionen deutlich mehr Autos verkauft worden als im Vorjahresmonat (plus 15 Prozent). In den USA, dem dritten großen Markt, gingen die Verkäufe hingegen um sechs Prozent zurück. Den US-amerikanischen Markt für Light Vehicles beeinflusste vor allem die Tatsache, dass im Mai zwei Verkaufstage weniger zur Verfügung standen als im Vorjahresmonat. In China wirkt sich laut VDA der seit Oktober 2015 geltende halbierte Mehrwertsteuersatz für Fahrzeuge bis 1,6 Liter Hubraum offenbar weiterhin positiv auf die Marktnachfrage aus. Weiterhin rückläufig sind die Verkäufe in Russland (minus 15 Prozent) und Brasilien (minus 21 Prozent). (dpa/se/sp-x)
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- Acea - Europas Automarkt 5/2016 (131.4 KB, PDF)